Nur für Laborforschung · nicht zur Anwendung bei Mensch oder Tier Analysenzertifikat lesen · worauf vor dem Kauf zu achten ist
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Peptide kaufen: worauf vor dem Kauf zu achten ist

Vor dem Kauf eines Forschungspeptids lassen sich vier Angaben prüfen: ein Analysenzertifikat für genau die Charge, die Reinheit nach HPLC, der davon getrennt ausgewiesene Peptidgehalt und die Chargennummer auf dem Etikett. Fehlt eine davon, ist die Flasche nicht nachprüfbar. Wie ein Zertifikat zu lesen ist, steht im Ratgeber. Peptorium verkauft derzeit nicht.

Was ein Analysenzertifikat belegt und was nicht

Ein Analysenzertifikat gehört zu einer Charge, nicht zu einem Produktnamen. Es hält fest, was ein Labor an einer bestimmten Abfüllung gemessen hat: an welchem Tag, mit welchem Verfahren, mit welchem Ergebnis. Ein Zertifikat ohne Chargennummer ist deshalb kein Zertifikat, sondern ein Werbeblatt. Prüfbar wird es erst, wenn die Nummer auf dem Etikett mit der Nummer auf dem Dokument übereinstimmt und beide sich einem Labor zuordnen lassen.

Was ein Zertifikat nicht leistet, ist ebenso wichtig. Es sagt nichts über die Abfüllung aus, die Sie in der Hand halten, wenn die Charge eine andere ist. Es sagt nichts über Lagerung und Transport nach der Messung. Und es sagt nichts darüber, was der Stoff bewirkt: eine Analyse beschreibt eine Substanz, kein Ergebnis.

Reinheit und Peptidgehalt sind zwei verschiedene Zahlen

Dies ist der Punkt, an dem die meisten Angebote unscharf werden. Die Reinheit nach HPLC ist ein Verhältnis: welcher Anteil des vorhandenen Peptids die gesuchte Sequenz ist. Der Peptidgehalt ist eine Menge: welcher Anteil des getrockneten Materials überhaupt Peptid ist. Der Rest ist Restwasser, Gegenionen und Salze aus der Synthese.

Ein Lyophilisat kann also eine sehr hohe Reinheit ausweisen und trotzdem deutlich weniger Peptid enthalten, als die Beschriftung vermuten lässt. Wer nur eine der beiden Zahlen nennt, nennt in aller Regel die höhere. Fragen Sie nach beiden, und fragen Sie nach der Methode, mit der der Peptidgehalt bestimmt wurde.

Identität: die Masse entscheidet, nicht der Name

Die Massenspektrometrie beantwortet eine andere Frage als die HPLC. Sie sagt nicht, wie rein etwas ist, sondern welches Molekül vorliegt. Eine gemessene Masse, die zur berechneten passt, ist der eigentliche Identitätsnachweis. Fehlt sie, steht nur ein Name auf dem Etikett.

Das ist kein theoretischer Einwand. Zyklisierte und modifizierte Peptide werden regelmäßig unter demselben Kurznamen gehandelt wie ihre linearen oder unmodifizierten Varianten, obwohl es verschiedene Stoffe mit verschiedenen Massen sind.

Das Chromatogramm ist die stärkere Aussage

Eine Prozentzahl lässt sich behaupten. Ein Chromatogramm zeigt, worauf sie beruht: einen Hauptpeak, Nebenpeaks, die Grundlinie, die Auflösung zwischen benachbarten Signalen. Zwei Materialien mit identisch angegebener Reinheit können völlig verschiedene Spuren haben. Wer die Spur zeigt, macht sich überprüfbar; wer nur die Zahl nennt, nicht.

Wasseranteil

Lyophilisierte Peptide sind hygroskopisch. Der Wasseranteil, üblicherweise nach Karl Fischer bestimmt, gehört deshalb zur Beschreibung einer Charge und erklärt einen Teil der Differenz zwischen Reinheit und Peptidgehalt. Er wird in Angeboten fast nie genannt.

Was ein Anbieter beantworten können sollte

  • Zu welcher Chargennummer gehört das Zertifikat, und steht dieselbe Nummer auf dem Etikett?
  • Wann wurde gemessen, und mit welchem Verfahren?
  • Reinheit und Peptidgehalt, getrennt ausgewiesen.
  • Liegt eine Massenbestimmung vor, und passt sie zur berechneten Masse?
  • Gibt es ein Chromatogramm, nicht nur eine Zahl?
  • Deckt das Zertifikat die angebotene Abfüllgröße ab, oder eine andere?
  • Was geschieht mit Chargen, die den eigenen Schwellenwert verfehlen?

Die letzte Frage ist aufschlussreicher als alle anderen. Ein Anbieter, dessen veröffentlichte Chargen ausnahmslos gut ausfallen, veröffentlicht eine Auswahl, keine Prüfung.

Warnzeichen

Ein Zertifikat als Bilddatei ohne Chargennummer. Dasselbe Dokument für mehrere Abfüllgrößen. Ein Prüflabor, das genannt, aber nicht überprüfbar ist. Eine Reinheitsangabe ohne Datum. Aussagen darüber, was ein Stoff im Körper bewirkt, auf einer Seite, die zugleich erklärt, das Material sei nur für Laborzwecke bestimmt: beides zusammen geht nicht.

Was „nur für Forschungszwecke“ rechtlich bedeutet

Der Zusatz ist keine Formalität und kein Freibrief. Für die Einordnung eines Stoffes stellt das Arzneimittelrecht nicht allein auf seine Zusammensetzung ab, sondern nach § 2 AMG auch darauf, wie er dargeboten wird. Peptorium trifft keine Aussage darüber, was ein Material im Körper bewirkt; wer eine solche Aussage trifft, ändert damit die rechtliche Einordnung des Materials, unabhängig davon, was sonst auf der Seite steht. Das Heilmittelwerbegesetz setzt der Bewerbung zusätzlich enge Grenzen.

Ausführlicher steht das in unserem Beitrag Sind Forschungspeptide in Deutschland legal? Er beschreibt die Rechtslage und ersetzt keine Rechtsberatung.

Was diese Übersicht bietet

Sie nennt die Stoffe, zu denen hier Erklärungen veröffentlicht sind, und beschreibt, woran sich ein Angebot prüfen lässt - bei wem auch immer: was ein Analysenzertifikat enthalten sollte und welche Angaben darin entscheiden.

Ein Zertifikat je Charge Ein Bericht gilt für die Nummer auf dem Etikett und für keine andere.
Reinheit und Peptidgehalt Zwei verschiedene Angaben. Wer nur die erste nennt, hat die leichtere beantwortet.
Masse statt Name Erst die Massenspektrometrie sagt, welche Verbindung in der Flasche liegt.
An der Quelle prüfbar Ein Befund, den allein der Anbieter zeigt, ist vom Anbieter nicht unabhängig.
Nur zu Forschungszwecken

Materialien für Labor- und In-vitro-Forschung. Sie sind keine Arzneimittel, keine Nahrungsergänzungsmittel und keine Medizinprodukte und nicht zur Anwendung bei Menschen oder Tieren bestimmt. Material dieser Art ist ausschließlich für Forschungs- und Laborzwecke bestimmt.