
Beispielabbildung. Das Etikett zeigt die aktuelle Charge.
Epitalon
Synthetisches Tetrapeptid mit der Sequenz Ala-Glu-Asp-Gly, in der Literatur auch als Epithalon und als AEDG geführt. Material für Forschungszwecke.
Materialien für Labor- und In-vitro-Forschung. Sie sind keine Arzneimittel, keine Nahrungsergänzungsmittel und keine Medizinprodukte und nicht zur Anwendung bei Menschen oder Tieren bestimmt. Material dieser Art ist ausschließlich für Forschungs- und Laborzwecke bestimmt.
Über dieses Material
Epitalon hat vier Aminosäurereste. Eine Kette aus vier Resten ist nach drei Kupplungsschritten fertig, und eine hohe Reinheitszahl ist dabei die Regel und nicht die Ausnahme. Genau deshalb ist die Reinheit hier die uninteressanteste Angabe des ganzen Dokuments, und der Peptidgehalt die wichtigste.
Nomenklatur: Epitalon, Epithalon, Epitalone, AEDG
Vier Schreibweisen, ein Molekül. Die Unterschiede stammen aus der Transliteration aus dem Russischen; AEDG ist schlicht die Einbuchstabenlesung der Sequenz Ala-Glu-Asp-Gly. Aufgelöst werden sie alle durch die CAS-Nummer 307297-39-8.
Davon zu trennen ist Epithalamin, eine aus Gewebe gewonnene Zubereitung mit nicht genau bestimmter Zusammensetzung, die in derselben älteren Literatur vorkommt. Epitalon ist ein synthetisches Molekül mit bekannter Sequenz. Die Namen ähneln sich, die Materialien nicht, und Übersichtsarbeiten behandeln beide gelegentlich als austauschbar.
Welche Identifikatoren dieses Molekül beschreiben
Sequenz Ala-Glu-Asp-Gly, Summenformel C14H22N4O9, Masse 390,35 Da; PubChem führt den Datensatz unter CID 219042 mit derselben Summenformel. Bei vier Resten lässt sich die Übereinstimmung von Formel und Sequenz mit nichts weiter als einer Tabelle der Restmassen nachrechnen. Das ist eine der wenigen Gelegenheiten in diesem Katalog, bei denen ein Käufer die Beschreibung ohne Gerät und ohne Labor selbst prüft.
Warum eine hohe Reinheitszahl hier wenig aussagt
Die Reinheit nach HPLC ist der Anteil des Hauptpeaks an der gesamten getrennten Peakfläche. Wie schwer dieser Anteil zu erreichen ist, hängt daran, wie viele Gelegenheiten die Synthese hatte, etwas anderes zu erzeugen. Bei einer Kette aus vier Resten sind das drei Kupplungsschritte, bei einer aus dreißig sind es neunundzwanzig, und jeder unvollständige Schritt hinterlässt eine verkürzte Kette.
Ein kurzes Peptid mit hoher Reinheit ist also der Normalfall. Die Zahl trennt hier nicht den sorgfältigen vom nachlässigen Anbieter, weil beide sie erreichen. Sie sieht auf einem Datenblatt beeindruckend aus und beantwortet die Frage nicht, die bei diesem Material offen ist. Der Ratgeber zu Reinheit und Peptidgehalt erklärt, warum die beiden Zahlen nicht auseinander abgeleitet werden können.
Warum der Peptidgehalt hier die entscheidende Zahl ist
Peptide werden als Salze gereinigt und getrocknet. An den basischen Stellen bleibt ein Gegenion gebunden, üblicherweise Acetat oder Trifluoracetat, und Restwasser bleibt ebenfalls zurück. Der Peptidgehalt ist der Anteil des Flascheninhalts, der überhaupt Peptid ist.
Bei 390,35 Da ist dieser Anteil arithmetisch unnachgiebig. Acetat wiegt rund 59 Da, Trifluoracetat rund 113 Da. Ein einziges Acetat je Molekül macht bei diesem Peptid rund dreizehn Prozent der gewogenen Masse aus, ein einziges Trifluoracetat rund zweiundzwanzig Prozent. Bei einem Peptid mit mehreren tausend Dalton wären dieselben Gegenionen ein Nebeneffekt; hier sind sie ein Fünftel der Flasche.
Zwei Flaschen mit derselben Aufschrift und derselben Reinheitszahl können daher deutlich verschiedene Mengen Peptid enthalten, wenn sie sich im Gegenion oder im Wassergehalt unterscheiden. Ein Zertifikat, das nur die Reinheit nennt, hat die leichte Frage beantwortet und die schwere ausgelassen - und der Peptidgehalt erfordert eine eigene Bestimmung, die bezahlt werden muss.
Was ein Chromatogramm bei vier Resten zeigt und was nicht
Verunreinigungen, die sich um einen ganzen Rest unterscheiden, sind bei einem Tetrapeptid ein großer Teil der Masse und trennen sich meist gut. Umgekehrt geben nichtpeptidische Rückstände aus der Synthese unter Bedingungen, die auf ein Peptid abgestimmt sind, unter Umständen gar kein Signal - sie fehlen dann nicht, weil sie nicht da sind, sondern weil das Verfahren sie nicht sieht. Auch das ist ein Grund, den Wassergehalt nach Karl Fischer und den Peptidgehalt gesondert zu verlangen.
Was die veröffentlichte Literatur behandelt
Eine Suche nach epitalon oder epithalon in PubMed liefert einen kleinen und konzentrierten Bestand: überwiegend russischsprachige Arbeiten, häufig nur als Kurzfassung greifbar, an Tiermodellen und in In-vitro-Systemen, in großen Teilen aus einem einzigen Forschungsumfeld. Unabhängige Wiederholungen außerhalb dieses Umfelds sind selten. Peptorium fasst diese Arbeiten nicht zusammen und trifft keine Aussagen darüber, was das Material beim Menschen tut.
Wie der rechtliche Status in Deutschland aussieht
Epitalon hat in der Europäischen Union keine Zulassung als Arzneimittel und ist auch kein zugelassener Lebensmittelbestandteil und kein Nahrungsergänzungsmittel. Das ist keine Lücke in den Vorschriften, sondern das Fehlen jeder Bewertung. Über die Einordnung entscheidet auch die Art der Darstellung, weshalb hier keine Anwendungsempfehlung und keine Mengenangabe steht; Näheres im Ratgeber zur Rechtslage.
Was Peptorium über dieses Material veröffentlicht
Diese Seite veröffentlicht die Identität: Sequenz, Summenformel, berechnete Masse und CAS-Nummer. Das alles lässt sich in einem öffentlichen Register nachschlagen und muss niemandem geglaubt werden. Reinheit, Peptidgehalt und Wassergehalt beschreiben dagegen eine einzelne Charge und nicht einen Stoff. Sie gehören in ein Analysenzertifikat des Labors, das diese Charge geprüft hat, und sie reisen mit dem Material.
Was vor einem Kauf zu fragen ist
- Ist der Peptidgehalt getrennt von der Reinheit ausgewiesen? Bei diesem Molekül ist das die aussagekräftigste Zahl.
- Welches Gegenion, Acetat oder Trifluoracetat, und ist es überhaupt genannt?
- Ist der Wassergehalt nach Karl Fischer bestimmt?
- Steht die gefundene Masse neben der theoretischen 390,35 Da?
- Sind die Verunreinigungspeaks einzeln aufgeführt und liegt ein Chromatogramm bei?
- Stimmt die Chargennummer auf dem Dokument mit der auf dem Etikett überein?
Was nicht bekannt ist
- Was in einer bestimmten Flasche ist, weiß niemand ohne eine Analyse dieser Flasche.
- Ohne Angabe des Gegenions ist die tatsächliche Peptidmenge in einer Flasche nicht berechenbar.
- Die Lagerangaben sind Konvention für Lyophilisate und keine gemessene Eigenschaft dieser Charge.
Häufige Fragen
Epitalon oder Epithalon?
Dasselbe Molekül, zwei Transliterationen aus dem Russischen. Daneben kommen Epitalone und der Sequenzcode AEDG vor. Bei einer Literatursuche lohnt es sich, mehrere Schreibweisen einzugeben.
Worin unterscheidet sich Epitalon von Epithalamin?
Epitalon ist ein synthetisches Peptid aus vier bekannten Resten. Epithalamin ist eine aus Gewebe gewonnene Zubereitung mit nicht genau bestimmter Zusammensetzung. Ein Teil der älteren Literatur betrifft Epithalamin.
Warum ist eine hohe Reinheitszahl hier wenig aussagekräftig?
Weil eine Kette aus vier Resten leicht sauber herzustellen ist. Die Zahl unterscheidet den sorgfältigen nicht vom nachlässigen Anbieter; das tun Peptidgehalt, Gegenion und Massenangabe.
Wie groß ist der Anteil des Gegenions?
Bei 390,35 Da macht ein Acetat rund dreizehn Prozent der gewogenen Masse aus, ein Trifluoracetat rund zweiundzwanzig Prozent. Bei einem schweren Peptid wäre derselbe Anteil klein.
Zum Auflösen des Lyophilisats wird bakteriostatisches Wasser verwendet; das Volumen bestimmt die Endkonzentration, und der Peptid-Rechner rechnet die beiden Größen ineinander um. Eine Mengenempfehlung ist damit nicht verbunden. Material dieser Art ist für Labor- und In-vitro-Zwecke bestimmt, siehe die Forschungserklärung.
Spezifikation
- Name
- Epitalon
- Synonyme
- Epithalon, AEDG
- Sequenz
- Ala-Glu-Asp-Gly
- Einbuchstabencode
- AEDG
- Kettenlänge
- 4 Aminosäurereste
- Summenformel
- C14H22N4O9
- Theoretische Masse
- 390,35 Da
- Form
- Weißes lyophilisiertes Pulver
- Inhalt
- 10 mg je Durchstechflasche
- Löslichkeit
- Wasser, wässrige Lösungen
- Lagerung
- −20 °C, vor Licht geschützt
- Transportstabilität
- Bis zu 30 Tage bei Raumtemperatur
Laborunterlagen
Ein Analysenzertifikat zu Epitalon sollte die Reinheit nach HPLC, die gemessene Masse gegen die theoretische und den Peptidgehalt nennen, und zwar für genau die Charge, die auf dem Etikett steht. Peptorium veröffentlicht keine eigenen Laborbefunde.


