
Beispielabbildung. Das Etikett zeigt die aktuelle Charge.
CJC-1295 ohne DAC
Synthetisches Peptid in der Form ohne DAC-Komplex, in der Literatur auch als Mod GRF 1-29 bezeichnet. Die Form mit DAC ist ein anderes Molekül und nicht Gegenstand dieser Seite.
Materialien für Labor- und In-vitro-Forschung. Sie sind keine Arzneimittel, keine Nahrungsergänzungsmittel und keine Medizinprodukte und nicht zur Anwendung bei Menschen oder Tieren bestimmt. Material dieser Art ist ausschließlich für Forschungs- und Laborzwecke bestimmt.
Über dieses Material
CJC-1295 ohne DAC, auch Mod GRF 1-29 genannt, unterscheidet sich vom unveränderten Fragment GRF(1-29) durch vier ausgetauschte Reste. Drei davon verschieben die Masse und sind im Massenspektrum sichtbar. Der vierte ist ein Wechsel von L- nach D-Alanin, und dieser Wechsel ändert die Masse um genau null.
Welche zwei Formen unter einem Namen laufen
CJC-1295 wird in zwei Ausführungen geführt. Die Form mit DAC trägt einen zusätzlichen Komplex, der eine kovalente Bindung an Blutalbumin eingehen kann; sie ist in PubChem unter CID 91971820 geführt, Summenformel C165H269N47O46, Masse rund 3647,2 Da. Die Form ohne DAC hat diesen Anhang nicht und eine Masse von rund 3367,9 Da.
Das sind zwei verschiedene Moleküle und nicht zwei Zubereitungen desselben. Der Abstand von rund 279 Da ist groß genug, dass ihn jedes Massenspektrometer auflöst; ein Zertifikat, das eine gefundene Masse nennt, beantwortet diese Frage also nebenbei. Ein Angebot, das nur "CJC-1295" schreibt und keine Masse nennt, beantwortet sie nicht.
Woher die 3367,9 Da kommen
Das unveränderte Fragment GRF(1-29) ist ein Peptid aus 29 Resten mit einem Amid am C-Terminus; PubChem führt es unter CID 16132413 mit der Summenformel C149H246N44O42S und einer Masse von rund 3357,9 Da. Mod GRF 1-29 entsteht daraus durch vier Austausche: D-Alanin an Position 2, Glutamin statt Asparagin an Position 8, Alanin statt Glycin an Position 15 und Leucin statt Methionin an Position 27.
Diese Austausche lassen sich addieren. Asparagin gegen Glutamin bringt eine CH2-Gruppe, also rund 14 Da; Glycin gegen Alanin ebenso rund 14 Da; Methionin gegen Leucin ersetzt Schwefel durch CH2 und nimmt rund 18 Da weg. In der Summe rund plus 10 Da, und 3357,9 plus 10 ergibt die 3367,9 Da der Tabelle oben. Wer die Rechnung nachvollzieht, hat die Massenangabe dieser Seite gegen eine öffentliche Datenbank geprüft, ohne ein Labor zu brauchen.
Warum D-Alanin für ein Massenspektrometer unsichtbar ist
Der Austausch an Position 2 ist kein Austausch der Aminosäure, sondern nur ihrer räumlichen Anordnung: aus L-Alanin wird D-Alanin. Beide haben dieselbe Summenformel, dieselbe Zahl jedes Atoms und damit exakt dieselbe Masse. Ein Massenspektrometer misst Masse. Es kann diesen Unterschied nicht sehen, nicht bei besserer Auflösung und nicht bei sorgfältigerer Kalibrierung, weil dort nichts zu sehen ist.
Damit fällt genau die Änderung, die dem Molekül seinen Namen gibt, aus der Angabe heraus, mit der Anbieter Identität belegen. Ein Präparat mit L-Alanin an Position 2 und den drei anderen Austauschen liefert dasselbe Massenspektrum und dieselbe theoretische Masse von 3367,9 Da. Es ist ein anderes Molekül, und ein gewöhnliches Analysenzertifikat sagt nicht, welches der beiden geliefert wurde.
Was die Stereochemie tatsächlich prüfen würde
Die Konfiguration einzelner Reste wird nicht am intakten Peptid bestimmt, sondern nach Hydrolyse an den freigesetzten Aminosäuren. Das übliche Verfahren ist eine Derivatisierung vor der Säule mit einem chiralen Reagenz, nach dem 1984 eingeführten Marfey-Reagenz und seinen Abkömmlingen; aus den beiden Enantiomeren werden dabei Diastereomere, die eine gewöhnliche Umkehrphasensäule trennen kann. Ein Überblick über den Stand dieser Methodik erschien 2021 in Biomedical Chromatography (PubMed 32959901).
Das ist eine eigene Bestimmung mit eigenem Aufwand, und sie steht in keinem der Analysenzertifikate, die in diesem Segment üblicherweise beiliegen. Die ehrliche Auskunft lautet deshalb: die D-Konfiguration an Position 2 ist mit den Standardangaben eines solchen Dokuments nicht belegt, und wer sie belegt haben will, muss danach ausdrücklich fragen.
Was ein Zertifikat hier leisten kann und was nicht
Es kann die Form mit DAC von der Form ohne unterscheiden, weil dazwischen 279 Da liegen. Es kann grobe Fehler der Kette zeigen, weil ein fehlender oder zusätzlicher Rest die Masse um mehr als 50 Da verschiebt. Es kann über die Reinheit nach HPLC sagen, wie viel des getrennten Materials auf den Hauptpeak entfällt, und über den Peptidgehalt, wie viel des Flascheninhalts überhaupt Peptid ist. Der Unterschied zwischen diesen beiden Zahlen ist im Ratgeber zu Reinheit und Peptidgehalt beschrieben.
Es kann nicht sagen, ob Position 2 die D-Form trägt. Diese Grenze ist nicht Nachlässigkeit eines Anbieters, sondern eine Eigenschaft der Methode, und sie zu kennen ist nützlicher, als eine Prozentzahl für eine Garantie zu halten.
Wie der rechtliche Status in Deutschland aussieht
Keine der beiden Formen ist in der Europäischen Union als Arzneimittel zugelassen, und keine ist ein Nahrungsergänzungsmittel. Über die Einordnung entscheidet auch die Art der Darstellung, weshalb auf dieser Seite keine Anwendungsempfehlung, keine Mengenangabe und keine Aussage über den Menschen steht. Näheres im Ratgeber zur Rechtslage.
Was Peptorium über dieses Material veröffentlicht
Diese Seite veröffentlicht die Identität: Sequenz, Summenformel, berechnete Masse und CAS-Nummer. Das alles lässt sich in einem öffentlichen Register nachschlagen und muss niemandem geglaubt werden. Reinheit, Peptidgehalt und Wassergehalt beschreiben dagegen eine einzelne Charge und nicht einen Stoff. Sie gehören in ein Analysenzertifikat des Labors, das diese Charge geprüft hat, und sie reisen mit dem Material.
Was vor einem Kauf zu fragen ist
- Welche Form beschreibt das Dokument, die mit DAC oder die ohne, und welche Masse nennt es dafür?
- Steht die gefundene Masse neben der theoretischen 3367,9 Da?
- Wird die Konfiguration an Position 2 überhaupt erwähnt, und wenn ja, mit welcher Methode?
- Sind Reinheit, Peptidgehalt und Wassergehalt getrennt ausgewiesen?
- Trägt das Dokument eine Chargennummer, die mit dem Etikett übereinstimmt?
- Liegt ein Chromatogramm mit den Verunreinigungspeaks bei?
Was nicht bekannt ist
- Ob eine bestimmte Flasche die D-Form an Position 2 enthält, ist ohne eine gesonderte chirale Bestimmung nicht bekannt.
- Was in einer bestimmten Flasche ist, weiß niemand ohne eine Analyse dieser Flasche.
- Die Lagerangaben sind Konvention für Lyophilisate und keine gemessene Eigenschaft dieser Charge.
Häufige Fragen
Ist CJC-1295 ohne DAC dasselbe wie Mod GRF 1-29?
Ja, das sind zwei Namen für dasselbe Molekül mit rund 3367,9 Da. Die Form mit DAC ist ein anderes Molekül mit rund 3647,2 Da.
Warum sieht das Massenspektrum den D-Alanin-Austausch nicht?
Weil L-Alanin und D-Alanin dieselbe Summenformel und damit dieselbe Masse haben. Sie unterscheiden sich in der räumlichen Anordnung, und die misst ein Massenspektrometer nicht.
Wie ließe sich die Konfiguration prüfen?
Durch Hydrolyse des Peptids und chirale Aminosäureanalyse, üblicherweise mit Derivatisierung vor der Säule nach Marfey. Das ist eine eigene Bestimmung und steht in gewöhnlichen Zertifikaten nicht.
Lässt sich die Masse 3367,9 Da nachrechnen?
Ja. Ausgehend von GRF(1-29) mit rund 3357,9 Da ergeben die vier Austausche zusammen rund plus 10 Da.
Zum Auflösen des Lyophilisats wird bakteriostatisches Wasser verwendet; das Volumen bestimmt die Endkonzentration, und der Peptid-Rechner rechnet die beiden Größen ineinander um. Eine Mengenempfehlung ist damit nicht verbunden. Material dieser Art ist für Labor- und In-vitro-Zwecke bestimmt, siehe die Forschungserklärung.
Spezifikation
- Name
- CJC-1295 ohne DAC
- Synonyme
- Mod GRF 1-29, CJC-1295 no DAC
- Kettenlänge
- 29 Aminosäurereste
- Theoretische Masse
- 3367,90 Da
- Form
- Weißes lyophilisiertes Pulver
- Inhalt
- 5 mg je Durchstechflasche
- Löslichkeit
- Wasser, wässrige Lösungen
- Lagerung
- −20 °C, vor Licht geschützt
- Transportstabilität
- Bis zu 30 Tage bei Raumtemperatur
Laborunterlagen
Ein Analysenzertifikat zu CJC-1295 sollte die Reinheit nach HPLC, die gemessene Masse gegen die theoretische und den Peptidgehalt nennen, und zwar für genau die Charge, die auf dem Etikett steht. Peptorium veröffentlicht keine eigenen Laborbefunde.


